KI Cross-Selling Handbuch.

So richtest du die Market-Basket-Analyse mit KI-Bewertung ein, prüfst Vorschläge und schreibst nur sinnvolle Zuordnungen ins native Shopware-Cross-Selling.

Systemvoraussetzungen

Shopware 6 mit gepflegter Bestellhistorie, wenn du die Quelle „Gemeinsame Käufe" nutzen willst. Für die KI-Bewertung brauchst du einen API-Key beim jeweiligen Anbieter. Für die geplante Analyse muss der Shopware-Scheduler beziehungsweise der Worker laufen.

Hinweis: Das Plugin schreibt in das native Shopware-Cross-Selling. Es legt keine eigenen Blöcke an der Storefront an und ersetzt keine Shopware-Funktion.

Installation

Plugin installieren und aktivieren, danach den Shopware-Cache leeren. Anschließend steht der Bereich Cross-Selling im Admin bereit.

Plugin öffnen

Der Einstieg liegt im Admin unter Einstellungen, dort im Bereich Cross-Selling. Von hier aus erreichst du die drei Arbeitsbereiche: Profile verwalten, Analyse starten und Vorschläge prüfen.

Was das Plugin macht

Das Plugin schlägt passende Produkte für Cross-Selling vor. Es wertet Bestellhistorie und Katalog aus, bewertet die Paare optional mit KI, und du entscheidest, welche übernommen werden. Übernommene Vorschläge landen in einem nativen Shopware-Cross-Selling-Block auf der Produktseite.

Der Ablauf besteht immer aus drei Schritten:

  1. Analysieren - erzeugt Vorschläge und ändert die Sets im Shop noch nicht.
  2. Übernehmen - fügt das Produkt dem Cross-Selling-Block hinzu.
  3. Aktiv im Shop - der Block ist für Kunden sichtbar.
Wichtig: Eine reine Analyse verändert nichts am Shop. Erst das Übernehmen schreibt Zuordnungen. Übernehmen ist additiv: das Produkt wird dem bestehenden gleichnamigen Block hinzugefügt, nie doppelt, und es wird nie automatisch etwas entfernt.

Die sechs Quellen

Aus diesen Quellen entstehen Vorschläge. Sie lassen sich je Profil einzeln aktivieren und beliebig kombinieren.

Gemeinsame Käufe
Häufig zusammen gekaufte Produkte aus der Bestellhistorie. Braucht Käufe. Gesteuert über „Min. gemeinsame Käufe" und „Min. Konfidenz". Beispiel: Kamera und Speicherkarte, weil beide oft im selben Warenkorb lagen.
Gleiche Kategorien
Produkte in denselben Kategorien. Gesteuert über „Min. gemeinsame Kategorien" (Standard 2). Beispiel: zwei Artikel, die beide in „Wandern" und „Rucksäcke" liegen.
Gleiche Eigenschaften
Gleiche Property-Werte, z. B. Marke oder Serie. Gesteuert über „Min. gemeinsame Eigenschaften" (Standard 2).
Gleicher Hersteller
Produkte derselben Marke.
Kategorie-Bestseller (Fallback)
Meistverkaufte Produkte der Kategorie. Sichert Abdeckung auch ohne Kaufhistorie, ist aber niedriger gewichtet als echte Treffer. Braucht gepflegte Verkaufszahlen (product.sales).
Gemeinsam angesehen
Produkte, die Besucher innerhalb eines Besuchs zusammen angesehen haben. Braucht keine Bestellungen und greift auch bei neuen Produkten. Gesteuert über „Mindestanzahl gemeinsamer Aufrufe" und „Maximale Vorschläge je Produkt". Die Erfassung muss in den Einstellungen aktiv sein. Beispiel: Zelt und Schlafsack, weil beide im selben Besuch angesehen wurden.

Was ein Profil ist

Ein Profil ist ein vollständiges Preset und entspricht einer eigenen Cross-Selling-Gruppe im Shop. Jedes Profil hat eigene Quellen, Schwellwerte, Umfang, KI-Nutzung und Auto-Übernahme. Der Profilname ist zugleich der Titel des Blocks im Shop.

Beispiel: ein Profil „Wird oft zusammengekauft" auf Basis gemeinsamer Käufe und ein Profil „Passendes Zubehör" auf Basis gleicher Eigenschaften. Jedes erzeugt einen eigenen Block auf der Produktseite.

Profil anlegen

Unter Einstellungen, Cross-Selling, „+ Profil hinzufügen" oder „Bearbeiten". Im Modal stellst du Name, Quellen samt Mindestwerten, Umfang, KI und Schwellwerte sowie die Auto-Übernahme ein.

Nicht vergessen: Profil-Änderungen werden erst mit „Speichern" unten im Einstellungen-Tab wirksam.

Quellen im Profil

Zwei Felder steuern, wie streng die katalogbasierten Quellen greifen.

Min. gemeinsame Kategorien Standard 2
Nur für „Gleiche Kategorien": so viele Kategorien müssen sich überschneiden.
Min. gemeinsame Eigenschaften Standard 2
Nur für „Gleiche Eigenschaften": so viele Property-Werte müssen übereinstimmen.

Schwellwerte und KI

Min. gemeinsame Käufe Standard 3
Wie oft zwei Produkte zusammen gekauft worden sein müssen, damit das Paar zählt - eine absolute Anzahl, kein Prozentwert. Beispiel: 3 = das Paar kam in mindestens 3 Bestellungen gemeinsam vor. Höher = nur robuste Paare; niedriger = auch seltene Kombinationen.
Min. Konfidenz Standard 0,1
Anteil der A-Bestellungen, in denen auch B vorkam (0 bis 1). Beispiel: 0,1 = in mindestens 10 % der Bestellungen mit A war auch B dabei. Höher = nur starke „Wer A kauft, kauft auch B"-Zusammenhänge.
KI-Bewertung Standard aus
Bewertet jedes Paar per KI, erkennt Ergänzung vs. ähnlicher Artikel, liefert eine kurze Begründung und einen Score (0 bis 100). Braucht einen API-Key beim gewählten Anbieter.
Alternativprodukte ausschließen Standard an
Lässt nur echte Ergänzungen zu und filtert Substitute (Ersatzprodukte) heraus. Beispiel: Kamera und Speicherkarte bleibt, Kamera und andere Kamera fliegt raus. Wirkt nur mit aktiver KI-Bewertung.
Min. gemeinsame Kategorien Standard 2
Nur für die Quelle „Gleiche Kategorien": so viele Kategorien müssen sich überschneiden.
Min. gemeinsame Eigenschaften Standard 2
Nur für die Quelle „Gleiche Eigenschaften": so viele Property-Werte müssen übereinstimmen.
Mindestanzahl gemeinsamer Aufrufe Standard 3
Nur für „Gemeinsam angesehen": so oft müssen zwei Produkte im selben Besuch zusammen angesehen worden sein.
Maximale Vorschläge je Produkt Standard 5
Nur für „Gemeinsam angesehen": wie viele der am häufigsten gemeinsam angesehenen Produkte je Artikel herangezogen werden.

Umfang und Ausgabe

Zeitfenster Standard 365 Tage
Wie weit die Bestellhistorie für „Gemeinsame Käufe" zurückreicht. Beispiel: 365 = nur das letzte Jahr; kürzer betont aktuelle Trends, länger nutzt mehr Daten.
Max. Vorschläge pro Produkt Standard 8
Obergrenze guter Treffer je Quellprodukt. Beispiel: 8 = höchstens 8 Artikel im Block. Am Storefront-Slider sind 4 bis 8 meist sinnvoll.
Mindestanzahl pro Produkt Standard 0
Liefern die Quellen weniger, wird mit Kategorie-Bestsellern aufgefüllt, bis die Zahl erreicht ist. Hebt bei Bedarf das Maximum an. 0 = kein Auffüllen.
Nur aktive Produkte Standard an
Ignoriert inaktive bzw. nicht sichtbare Produkte bei Quelle und Vorschlägen.
Nur Produkte ohne Cross-Selling Standard aus
Schlägt nur für Produkte vor, die noch keinen Block haben - gut, um Lücken zu füllen, ohne Bestehendes anzufassen.
Bestehende aktualisieren Standard aus
Erlaubt, bereits gepflegte Zuordnungen zu ergänzen statt sie zu überspringen.
Shop / Sales-Channel Standard alle
Bindet das Profil optional an einen Shop: es zählen nur dort sichtbare Produkte und die Vorschläge werden diesem Channel zugeordnet. „Alle Channels" = Auswahl aus dem Analyse-Dialog.
Hersteller ausschließen Standard keine
Ausgewählte Hersteller werden nicht als Cross-Selling vorgeschlagen.

Auto-Übernahme

Die Auto-Übernahme wird je Profil eingestellt. So kann ein Profil automatisch ausrollen, während ein anderes manuell bleibt.

Auto-Übernahme Standard aus
Übernimmt Vorschläge automatisch ohne manuelle Prüfung - je Profil einstellbar. So kann ein Profil automatisch ausrollen, ein anderes manuell bleiben.
Ab Score Standard 80
Nur Vorschläge mit mindestens diesem KI-Score (0 bis 100) werden automatisch übernommen. Empfehlung: weil Cross-Selling kundensichtbar ist, hoch ansetzen (80+).
Nur KI-Ergänzungen Standard an
Auto-Übernahme nur für Paare, die die KI als echte Ergänzung eingestuft hat.
Block automatisch aktivieren Standard an
Aktiviert den erzeugten Cross-Selling-Block direkt im Shop.
Gegenseitig zuordnen Standard an
Ordnet A auch B zu und umgekehrt, statt nur in eine Richtung.
Auf Varianten schreiben Standard aus
Schreibt Zuordnungen zusätzlich auf Produktvarianten, nicht nur auf das Hauptprodukt.

KI-Bewertung einrichten

Unterstützt werden OpenAI (ChatGPT), Anthropic (Claude), Mistral und Gemini. Trage einen API-Key ein, wähle ein Modell und prüfe mit „Verbindung testen".

Die KI bewertet jedes Paar, stuft es als Ergänzung oder ähnlichen Artikel ein und liefert eine kurze Begründung samt Score von 0 bis 100. Mit „Alternativprodukte ausschließen" landen nur echte Ergänzungen in den Vorschlägen.

Beispiel: Kamera und Speicherkarte ist eine Ergänzung und bleibt. Kamera und eine andere Kamera ist ein Ersatzprodukt und wird aussortiert.

Analyse starten

Manuell über den Button „Analyse starten", dort wählst du das Profil oder alle aktiven Profile und den Sales-Channel. Alternativ über die Konsole:

bin/console staw:cross-selling:analyze bin/console staw:cross-selling:analyze --profile="Passendes Zubehör" bin/console staw:cross-selling:analyze --channel=<salesChannelId>

Bereits entschiedene Paare, also übernommene oder verworfene, werden nicht erneut vorgeschlagen. Nach der Analyse springt die Ansicht automatisch auf die neuen offenen Vorschläge.

Vorschläge prüfen und übernehmen

Im Prüf-Pool filterst du nach Status, Min. Score, Sales-Channel und Gruppe. Einzelne Vorschläge übernimmst du mit „Übernehmen" oder lehnst sie mit „Verworfen" ab. „Alle übernehmen" respektiert die aktiven Filter, wirkt also zum Beispiel nur auf eine Gruppe.

Die Badges an jedem Vorschlag zeigen Quelle, Gruppe und Score, bei automatisch übernommenen zusätzlich ein „auto"-Badge. „Entfernen" nimmt eine Zuordnung wieder aus dem Shop.

Automatik und Cron

In den Einstellungen unter „Automatik" aktivierst du die geplante Analyse und wählst das Intervall. Voraussetzung ist ein laufender Shopware-Scheduler beziehungsweise Worker. Der Automatik-Status zeigt letzten und nächsten Lauf, den Task-Status und wie viele Zuordnungen automatisch übernommen wurden.

*/5 * * * * cd /pfad/zu/shopware && php bin/console scheduled-task:run --no-wait >/dev/null 2>&1 0 3 * * * cd /pfad/zu/shopware && php bin/console staw:cross-selling:analyze >/dev/null 2>&1
Beachte: Eine reine Analyse aktualisiert die Sets nicht, auch nicht per Cron. Erst die Übernahme tut das. Mit aktivierter Auto-Übernahme pflegt der Cron die Sets selbst.

Gemeinsam angesehen einrichten

Diese Quelle wertet aus, welche Produkte Besucher innerhalb eines Besuchs zusammen angesehen haben. Sie braucht weder Bestellungen noch gepflegte Kategorien und liefert deshalb auch für neue Produkte Vorschläge.

Unter Einstellungen, Gemeinsam angesehen, schaltest du Erfassung aktiv ein. Ohne diesen Schalter sammeln sich keine Daten an. Der Status darunter zeigt erfasste Paare, gezählte Aufrufe, Produkte mit Daten und den letzten Eintrag.

Berücksichtigte Produkte je Besuch Standard 6
Wie viele zuletzt angesehene Produkte mit dem aktuellen gepaart werden. Höhere Werte liefern mehr Daten, aber lockerere Zusammenhänge.
Varianten auf das Hauptprodukt zählen Standard an
Aufrufe einzelner Varianten laufen auf das Hauptprodukt, statt sich zu zersplittern.
Aufbewahrung Standard 365 Tage
Ältere Paare werden im geplanten Lauf entfernt, ebenso Paare gelöschter Produkte.

Die Erfassung läuft getrennt nach Verkaufskanal, erkennt Bots und schreibt je Seitenaufruf nur eine einzige Abfrage. Zähler aus einer bereits genutzten Tabelle werden beim Update übernommen, die Quelle startet also nicht bei null.

Datenschutz: Gespeichert werden ausschließlich Produktpaare mit einem Zähler. Es entstehen keine personenbezogenen Daten und keine Besucherprofile.

Danach die Quelle im Profil aktivieren und analysieren. Rechne mit einigen Tagen Vorlauf, bis genug Aufrufe zusammengekommen sind.

Aufräumen

„Aufräumen" entfernt offene Vorschläge, die zu keinem aktuellen Profil mehr gehören, etwa nach dem Umbenennen oder Löschen eines Profils. Übernommene und verworfene Vorschläge bleiben unberührt.

Tipps aus der Praxis

  • Cross-Selling ist kundensichtbar. Bei Auto-Übernahme lieber eine hohe Schwelle setzen, etwa ab Score 80, und am besten nur KI-Ergänzungen zulassen.
  • Für den Bestseller-Fallback muss product.sales gepflegt sein. Shopware zählt verkaufte Mengen automatisch, ein ganz frischer Shop hat aber noch keine Bestseller.
  • Lege für den Fallback am besten ein eigenes Profil an. Dann liegt er in einer eigenen Gruppe und lässt sich getrennt steuern.

Problemlösung

Die Analyse findet nichts

Die Meldung nennt den Grund je Quelle. Typisch sind ein zu hoher Wert bei „Min. gemeinsame Kategorien", ein fehlender gemeinsamer Hersteller, oder dass die Option „nur Produkte ohne Cross-Selling" alle Kandidaten entfernt hat.

Keine Vorschläge trotz vieler Bestellungen

Prüfe „Min. gemeinsame Käufe" und „Min. Konfidenz". Beide Werte filtern vor der KI-Bewertung. Auch das Zeitfenster kann zu kurz gewählt sein.

Gemeinsam angesehen liefert nichts

Prüfe zuerst, ob unter Einstellungen, Gemeinsam angesehen, die Erfassung aktiv ist. Ohne sie sammeln sich keine Daten an. Steht die Erfassung erst kurz, reichen die gezählten Aufrufe womöglich noch nicht für die eingestellte Mindestanzahl im Profil.

Die geplante Analyse läuft nicht

Ohne laufenden Scheduler oder Worker startet der Task nicht. Der Automatik-Status zeigt den letzten und nächsten Lauf.

Support

Bei Fragen zur Einrichtung, zur KI-Anbindung oder zur Cross-Selling-Strategie helfen wir gern weiter. Schreib uns über die Kontaktseite oder direkt an info@stoneandwater.online.

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Shopware Store

In Vorbereitung

Das Plugin wird im offiziellen Shopware Community Store gelistet. Installation und automatische Updates laufen dann über den Plugin Manager im Backend, die Abrechnung über deinen Shopware-Account. Sobald verfügbar, verlinken wir es hier.

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Alle Details findest du auf der Produktseite. Bei KI-Anbindung und Strategie unterstützen wir gern.